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(Ein Tipp, verfasst von Dr. Michelle Grund, Kunsthistorikerin/Uelzen)

Kloster Ebstorf

Das malerische Kloster Ebstorf in der Lüneburger Heide ist dank der „Ebstorfer Weltkarte“, ein 13 qm großes Weltbild auf Pergament (originalgetreue Kopie der Karte aus dem 13. Jahrhundert), heute weltberühmt und stellt somit die Haupttouristenattraktion der näheren Umgebung dar.

Das Kloster wurde um 1160 als Chorherrenstift gegründet und etwa 1200 für Benediktinerinnen neu gestiftet und gehört, wie auch das Kloster Medingen, zu den "Lüneburger Klöstern", die nach der Reformation (um 1528) evangelische Konvente wurden. Die im 14. Jahrhundert entstandene Klosterkirche sowie die Konventsgebäude sind im Stil der norddeutschen Backsteingotik gebaut. Das Kloster besitzt zahlreiche sakrale Kunstschätze: eine Bronzetaufe (1310), eine Renaissance-Kanzel (1615) und einen Barockaltar (1684). Im Nonnenchor befinden sich ein gotischer Altar mit Triumphkreuz, Madonnen des 13. und 14. Jahrhunderts sowie der Heilige Mauritius in Lebensgröße (um 1300). Den Kreuzgang zieren 15 wertvolle Buntglasfenster mit dem "Heilsspiegel" (um 1400) und reiche Bauplastik im spätromanischen und frühgotischen Stil.

Darüber hinaus bietet der Flecken Ebstorf dem Besucher alte Fachwerkbauten und gemütliche Twieten.

Ein moderner Pilgerweg der sog.  "Auferstehungsweg" bietet zudem Möglichkeiten als PilgerIn "Ostern in 13 Wegstationen nachzuerleben". Dies ist ein Projekt der "Missionarischen Dienste" und von "Kirche im Tourismus" des Hauses kirchlicher Dienste/Hannover.

Ein weiterer, sich anschließender Weg, ist der "Schöpfungsweg". Er beginnt in der Nähe des Klosters und führt über 9 besinnliche Wegstationen bis hin in das Nachbardorf Melzingen...

Hier gelangt man in das  Arboretum Melzingen. Es besticht mit seiner einzigartigen Flora und die Wacholderheide in Ellerndorf ist vor allem zur Zeit der Heideblüte ein beliebtes Ausflugsziel.

Kloster Medingen

Nur ca. 10 km von Ebstorf entfernt liegt das 1336 gebaute Kloster Medingen. Ihm kam bereits im Mittelalter eine große kulturhistorische Bedeutung zu. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Kirchenlieder, die noch heute in evangelischen und katholischen Gemeinden gesungen werden.
Nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Landesherren, Herzog Ernst dem Bekenner zu Braunschweig und Lüneburg, trat das Kloster 1555 endgültig zum evangelischen Glauben über.
Das Zisterzienserinnen-Kloster wurde – wie alle Klöster im norddeutschen Raum – nach der Reformation in ein evangelisches Damenstift umgewandelt.
Nach einem Brand im Jahre 1781 musste es neu gebaut werden (1782-88). Nur das gotische Brauhaus blieb erhalten.
Heute präsentiert sich das Kloster als schlossähnliches Gebäude im klassizistischen Stil mit barockem Kirchturm und prächtiger Rundkirche. Zu seinen Kunstschätzen gehören Möbel, Teppiche, Gemälde, Silber und Stickereien mit Flussperlen aus der Ilmenau.

Etwa 12 km von Ebstorf und 14 km von Medingen entfernt liegt die Kreisstadt Uelzen mit ihrem einzigartigen Hundertwasserbahnhof, der jedes Jahr Zehntausende von Kunstfreunden aus aller Welt anlockt. Eine Attraktion stellen auch die 21 bemalten Steine Dagmar Glemmes dar, die durch die Innenstadt führen. Die schwedische Künstlerin gestaltete ebenfalls den diesjährigen Adventskalender am alten Rathaus. Jeden Abend um 18:00 Uhr wird dort bis zum Heiligen Abend eine neue Tür geöffnet und somit ein neues Kunstwerk der Öffentlichkeit präsentiert.

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers - Archivstr. 3 - 30169 Hannover